Standort

Hochwasserschutz und Schutz vor Starkregen für Unternehmen

Hochwasser ist ein Naturereignis, mit dem ein erhebliches Gefahrenpotential für verschiedenste Schutzgüter einhergeht und insbesondere bei Unternehmen erhebliche Schäden verursachen kann.
Die Wassermassen stammen dabei regelmäßig aus Niederschlägen und der Schneeschmelze und müssen innerhalb des Einzugsgebiets abfließen. Auch von Starkregen-Ereignissen gehen vergleichbare Gefahren für die Wirtschaft aus. Auf Grund des Klimawandels und seiner Folgen ist damit zu rechnen, dass Hochwasser-Ereignisse zukünftig an Häufigkeit und auch an Intensität zunehmen werden.
Um Gefahren und Schäden nach Möglichkeit zu vermeiden, ist ein vorbeugender Hochwasserschutz daher unerlässlich.

Risiken erkennen – Richtig handeln – Was Sie zum Schutze ihres Unternehmens tun können

Das enorme Gefährdungs- und Schadenspotential von Hochwasser- und Starkregenereignissen hat sich zuletzt 2002 und 2013 gezeigt. Durch diese Ereignisse sind Schäden in Milliardenhöhe entstanden. Dementsprechend können die Folgen insbesondere für Unternehmen fatal sein.
Die Erfahrung zeigt: Nach Überflutungen schnellt das Insolvenzrisiko in die Höhe. Viele Betriebe bemerken zu spät, dass sie die Gefahr ausgeblendet oder sich auf andere – ihre Kommune oder die Feuerwehr – verlassen haben. Schutz vor eindringendem Wasser ist eine Jedermannspflicht. Die individuelle Vorsorge ist daher wichtig und Betriebe können viel dafür tun, Risiken zu erkennen, notwendige Vorsorgemaßnahmen zu treffen und im Fall der Wasserflut richtig zu handeln.

Besondere Vorsicht ist – in der Nähe von Flüssen oder anderen Gewässern gelegenen – bei Industriebetrieben geboten, die mit Gefahrenstoffen arbeiten. Dazu zählen beispielsweise Betriebe der chemischen/petrochemischen Industrie oder auch metallproduzierende Unternehmen. Treten infolge eines Hochwasser- oder Starkregenereignisses wassergefährdende Stoffe aus und führen zu einer Verunreinigung des Wassers, so macht sich das betroffene Unternehmen nach § 89 des Wasserhaushaltsgesetzes (WHG) schadensersatzpflichtig. Darüber hinaus drohen eventuell strafrechtliche Folgen nach § 24 Strafgesetzbuch (StGB).
Wie Sie ihr Unternehmen vor diesen Gefahren schützen können, können Sie in der IHK NRW-Broschüre "Management von Hochwasser und Starkregen" nachlesen.

Staatliche Maßnahmen zum Hochwasserschutz

Auch die öffentliche Hand hat sich intensiv mit dem Thema des (vorbeugenden) Hochwasserschutzes befasst und dazu ein umfassendes Maßnahmenpaket etabliert.
Das wichtigste Instrument dazu ist der sogenannte Hochwasserrisikomanagement Plan (HWRM), der in Umsetzung der EG-Hochwasserrisikomanagementrichtlinie entwickelt wurde. Diese Pläne werden alle sechs Jahre überprüft und gegebenenfalls aktualisiert.
Der aktuell geltende HWRM-Plan stammt aus dem Jahre 2015. Aktuell existiert ein Entwurf des HWRM-Plans Rhein für die Jahre 2021-2027. Dieser Entwurf muss bis Ende 2021 zum neuen HWRM-Plan entwickelt werden.
Ziel dieser Richtlinie ist die Minimierung möglicher Schäden durch Vermeidung, Schutz und Vorsorge. Die Maßnahmenplanung bedeutet für die Akteure (insbesondere für Unternehmen, Kommunen, Bürger und Behörden) eine Selbstverpflichtung.
In Umsetzung dieser Richtlinie wurden zunächst bis Ende 2011 die Flussgebiete mit Hochwasserrisiko identifiziert. Als Risiko wird hierbei die Verbindung von Hochwasserwahrscheinlichkeit und möglichen Schäden für die vier Schutzgüter Mensch, Umwelt, Kultur und Wirtschaft verstanden.
Sodann wurden bis Ende 2013 für diese Gebiete sogenannte Risiko- und Gefahrenkarten erstellt, die die Beurteilung der Hochwassergefahr in den verschiedenen Abschnitten des Flussgebiets ermöglichen sollen.
Innerhalb der Hochwasserrisikogebiete hat die Landesregierung NRW Überschwemmungsgebiete festgesetzt. Das sind Gebiete, die bei einem hundertjährigen Hochwasser in jedem Fall überflutet werden. Neben der besonders hohen Überschwemmungswahrscheinlichkeit existieren für diese Gebiete gesetzliche Bestimmungen, die direkte Auswirkungen auf dort ansässige Unternehmen haben. Nach § 78 WHG gelten in Überschwemmungsgebieten strenge Auflagen bzw. Nutzungsbeschränkungen bis hin zum Bauverbot.  Betriebe sollten sich informieren. Weitere Informationen zum Hochwasserschutz von der Bezirksregierung Köln.
Konkrete Informationen für ihren Bezirk können Sie zudem auch den sogenannten Kommunensteckbriefen zum HWRM-Plan entnehmen.