Aus- und Weiterbildung

Gefahrgutbeauftragte

Die Berechtigung für die Ausübung Ihres Aufgabenbereiches als Gefahrgutbeauftragte.
Jedes Unternehmen, dessen Tätigkeit die Beförderung gefährlicher Güter auf der Straße, auf der Schiene, auf schiffbaren Binnengewässern und mit Seeschiffen umfasst, unterliegen der Gefahrgutbeauftragten-Verordnung (GbV), das heißt, es muss mindestens einen Gefahrgutbeauftragten schriftlich bestellen.
Zum Erwerb des Schulungsnachweises für Gefahrgutbeauftragte bzw. um als Gefahrgutbeauftragter im Unternehmen bestellt zu werden, ist der Grundlehrgang und das Bestehen der Grundprüfung für den jeweiligen Verkehrsträger verpflichtend.

Aktuelles

  • Deutschland hat am 25.01.2021 die multilaterale Vereinbarung M 334 gezeichnet. Danach bleiben Schulungsnachweise für Gefahrgutbeauftragte, deren Gültigkeit zwischen dem 01.03.2020 und dem 01.09.2021 enden, bis 30.09.2021 gültig. Ebenfalls wurde die multilaterale Sondervereinbarung RID 1/2021 und das multilaterale Abkommen ADN M 028 gezeichnet.
  • Im Verkehrsblatt (VkBl.) 23/2020 wurde das Multilaterale Abkommen ADN/M027 veröffentlicht. Danach bleiben u.a. Schulungsnachweise für Gefahrgutbeauftragte, deren Gültigkeit zwischen dem 01.03.2020 und dem 01.02.2021 enden, bis 28.02.2021 gültig.
  • Außerdem wurde die Bekanntmachung zur GGVSEB i. V. m. der 28. ADR-, der 22. RID- und der 8. ADN-Änderungsverordnung veröffentlicht. Die Vorschriften der genannten Verordnungen treten völkerrechtlich zum 01.01.2021 mit einer Übergangsvorschrift bis zum 01.06.2021 in Kraft und werden mit der 13. Verordnung zur Änderung der gefahrgutrechtlichen Verordnungen auch für die innerstaatlichen Beförderungen zur Anwendung gebracht.
  • Am 10. November hat Frankreich das am gleichen Tag von Deutschland vorgeschlagene Multilaterale Abkommen ADN / M 027 gemäß Unterabschnitt 1.5.1 ADN über Bescheinigungen über besondere Kenntnisse des ADN nach Unterabschnitt 8.2.2.8 ADN und Schulungsnachweise für Gefahrgutbeauftragte nach Unterabschnitt 1.8.3.7 ADN gegengezeichnet.
  • Aufgrund der Coronavirus-Pandemie hat das BMVI am 17.03.2020 die Multilaterale Sondervereinbarung M 324 gemäß Absatz 8.2.2.8.2 ADR und Unterabschnitt 1.8.3.7 ADR für Gefahrgutfahrer und Gefahrgutbeauftragte zur Kenntnis gegeben. Die Multilaterale Vereinbarung M 324 wird durch die Multilaterale Vereinbarung M 330 fortgesetzt. Danach gelten Ausnahmeregelungen für die Bescheinigungen über die Fahrzeugführerschulung und die Bescheinigungen für Gefahrgutbeauftragte, die in der Zeit zwischen dem 1. März 2020 und dem 1. Februar 2021 abgelaufen wären. Die Bescheinigungen bleiben bis zum 28. Februar 2021 gültig.
  • Im Verkehrsblatt Heft 22/2020 vom 30. November 2020 ist die Bekanntmachung über die Verlängerung der Geltungsdauer von Schulungsbescheinigungen für Gefahrgutbeauftragte im Seeverkehr veröffentlicht.
  • Außerdem sind die Bekanntmachungen der Gegenzeichnung der Multilateralen Vereinbarungen M330 (Bescheinigungen über die Fahrzeugfahrerschulung gemäß 8.2.2.8.2 ADR und der Bescheinigungen für Gefahrgutbeauftragte gemäß 1.8.3.7 ADR sowie die Multilaterale Sondervereinbarung RID 6/2020 über die Bescheinigung für Gefahrgutbeauftragte gemäß 1.8.3.7 RID) veröffentlicht.
  • Am 19.03.2020 wurde von der RID-zuständigen Behörde das BMVI die Multilaterale Sondervereinbarung RID 2/2020 gemäß Unterabschnitt 1.8.3.7 RID veröffentlicht.

Allgemeine Informationen

Jedes Unternehmen, dessen Tätigkeit die Beförderung gefährlicher Güter auf der Straße, auf der Schiene, auf schiffbaren Binnengewässern und mit Seeschiffen umfasst, unterliegen der Gefahrgutbeauftragten-Verordnung (GbV), d. h. es muss mindestens einen Gefahrgutbeauftragten schriftlich bestellen. Hiervon sind nur wenige Ausnahmen zugelassen.

Aufgaben/Pflichten

Unter der Verantwortung des Unternehmers hat der Gefahrgutbeauftragte umfangreiche Aufgaben nach Abschnitt 1.8.3.3 und Abschnitt 1.8.3.11 ADR sowie aus § 8 GbV wahrzunehmen. Außer der Beratungstätigkeit hat er zum Beispiel geeignete Maßnahmen zu veranlassen, die die Einhaltung der Gefahrgutvorschriften für den jeweiligen Verkehrsträger erleichtern. Ferner muss er Aufzeichnungen über seine Überwachungstätigkeit führen, fünf Jahre aufbewahren und der zuständigen Behörde (Gewerbeaufsichtsamt) auf Verlangen vorlegen.
Der Gefahrgutbeauftragte hat einen Jahresbericht zu erstellen. Bei bestimmten Unfällen wird ein Bericht zwingend erforderlich, der sich auf Unfälle während der Beförderung und auf Be- und Entladevorgänge bezieht, bei denen Personen, Tiere, Sachen oder die Umwelt durch Freisetzen gefährlicher Güter zu Schaden gekommen sind. Der Unfallbericht muss keine Angaben enthalten, die den Unternehmer oder verantwortliche Personen belasten. Die vorgeschriebenen Schulungen der betreffenden Arbeitnehmer des Unternehmens nach Abschnitt 1.8.3.3 ADR können vom Gefahrgutbeauftragten durchgeführt werden. Ein Vermerk ist hierüber in der Personalakte zu führen.
Der Unternehmer muss dafür Sorge tragen, dass der Gefahrgutbeauftragte im Besitz eines gültigen und auf die Tätigkeiten des Unternehmens abgestellten Schulungsnachweises ist und seine Aufgaben ordnungsgemäß erfüllen kann. Der Gefahrgutbeauftragte darf wegen der Erfüllung der ihm übertragenen Aufgaben nicht benachteiligt werden. Bei Nichterfüllung ihrer Aufgaben unterliegen Gefahrgutbeauftragte unmittelbar dem Ordnungswidrigkeiten- bzw. Strafrecht. Wegen des daraus resultierenden Haftungsrisikos sollten Gefahrgutbeauftragte bzw. das Unternehmen entsprechend abgesichert werden.

Bestellung von Gefahrgutbeauftragten

Sofern ein Gefahrgutbeauftragter bestellt werden muss, muss dieser Inhaber eines gültigen Schulungsnachweises sein. Der Schulungsnachweis wird nach Teilnahme an einer von der Industrie- und Handelskammer (IHK) anerkannten Schulung und durch das Bestehen einer Prüfung von der IHK ausgestellt.

Lehrgänge für Gefahrgutbeauftragte

Lehrgänge für Gefahrgutbeauftragte nach der GbV bestehen aus Schulungen für Straßen-, Eisenbahn-, Binnenschiff- und Seeschiffverkehr. Sie können für einen oder mehrere Verkehrsträger abgelegt werden. Die Schulungsinhalte sind durch die entsprechenden Gefahrgutvorschriften vorgegeben. In den Grundschulungen zum erstmaligen Erwerb des Schulungsnachweises beträgt der Zeitansatz für den ersten Verkehrsträger 22 Stunden und 30 Minuten (30 Unterrichtseinheiten) und sieben Stunden und 30 Minuten (10 Unterrichtseinheiten) für jeden weiteren Verkehrsträger. Ein Unterrichtstag darf nicht mehr als sieben Stunden und 30 Minuten (10 Unterrichtseinheiten) umfassen. Über die Teilnahme an der Schulung wird vom anerkannten Lehrgangsveranstalter eine Teilnahmebescheinigung ausgestellt.

Prüfung von Gefahrgutbeauftragten

Für die Durchführung der Prüfungen sind die IHKs zuständig. Interessenten können sich - unabhängig vom Lehrgangsort, vom Wohnsitz oder Firmensitz - bei jeder IHK zur Prüfung anmelden. Die Prüfung ist ausschließlich schriftlich, die verwandten Fragebögen sind bundeseinheitlich. In den Prüfungen sind Kenntnisse der Sachgebiete gemäß den verkehrsträgerspezifischen Vorschriften nachzuweisen. Die Prüfung kann für alle vier Verkehrsträger gleichzeitig abgelegt werden. In der Prüfung muss der Schulungsteilnehmer nachweisen, dass er über die Kenntnisse, das Verständnis und die Fähigkeiten verfügt, die für die Tätigkeit als Gefahrgutbeauftragter erforderlich sind. In der Prüfung werden Fragen gestellt, die selbstständiges Arbeiten mit den Gefahrgutvorschriften erfordern. Als Hilfsmittel sind in der Prüfung nur die einschlägigen Rechtsvorschriften und die Richtlinien für die jeweiligen Verkehrsträger erlaubt. Die Prüfung kann sich höchstens auf die Verkehrsträger beziehen, für die eine Teilnahmebescheinigung bestätigt wurde. Die Prüfungsdauer ist abhängig von der Anzahl der zu prüfenden Verkehrsträger.

Grundprüfung

Grundschulungen müssen mit einer Grundprüfung abgeschlossen werden, damit der Schulungsnachweis erstmals erteilt werden kann. Zur Grundprüfung werden nur Personen zugelassen, die eine lückenlose Teilnahme an einer Grundschulung nach Gefahrgutbeauftragten-Verordnung durch die Teilnahmebescheinigung nachweisen. Die Grundprüfung dauert 100 Minuten für einen Verkehrsträger und 50 Minuten für jeden weiteren Verkehrsträger. Grundprüfungen dürfen nur einmal ohne Schulung wiederholt werden. Die IHK empfiehlt in diesem Fall, zwischen Schulung und Prüfung genügend Zeit für eine intensive Beschäftigung mit den umfangreichen Gefahrgutvorschriften einzuplanen.
Nach Grundschulung und bestandener Grundprüfung wird der Schulungsnachweis mit einer fünfjährigen Gültigkeit ausgestellt.

Ergänzung der Schulungsnachweise

Ergänzungsprüfung/en für den/die zusätzlichen Verkehrsträger kann/können innerhalb der Gültigkeit des Schulungsnachweises abgelegt werden. Voraussetzung ist, dass eine lückenlose Teilnahme an einem Lehrgang für den/die ergänzenden Verkehrsträger durch Teilnahmebescheinigung/-en nachwiesen ist/sind. Die Dauer der Ergänzungsprüfung für einen Verkehrsträger beträgt 50 Minuten, für jeden weiteren Verkehrsträger 50 Minuten. Sie darf nur einmal ohne Schulung wiederholt werden.

Verlängerung der Schulungsnachweise

Für die Verlängerung des Schulungsnachweises ist eine Verlängerungsprüfung vorgeschrieben. Die Teilnahme an einem Lehrgang ist nicht verpflichtend, wird aber von der IHK zur Auffrischung des Wissens empfohlen. Die Unterrichtsdauer in der Verlängerungsschulung umfasst mindestens 50 Prozent der jeweiligen Unterrichtsdauer in der Grundschulung. Die Zeit für die Verlängerungsprüfung ist für einen Verkehrsträger auf 50 Minuten, für jeden weiteren Verkehrsträger auf zusätzliche 25 Minuten festgelegt. Verlängerungsprüfungen können ohne Auswirkung auf die Gültigkeit bis zu zwölf Monaten vor Ablauf des Schulungsnachweises abgelegt werden. Ist jedoch das Gültigkeitsdatum überschritten, muss ein kompletter Grundlehrgang inklusive Prüfung absolviert werden.

Prüfungstermine

Grund-, Ergänzungs- und Verlängerungsprüfungen zum Gefahrgutbeauftragten

schriftlich
Anmeldeschluss
14.09.2021
04.08.2021
07.10.2021
25.08.2021
09.11.2021
28.09.2021
09.12.2021
06.10.2021

Prüfungsgebühr

Die Prüfungsgebühr beträgt, gemäß der Gebührenordnung der IHK Köln, 140,00 Euro für die Grundprüfung und 100,00 Euro für die Ergänzungs-/Verlängerungsprüfung.
Auf Grundlage der gültigen Gebührenordnung erstellen wir einen Gebührenbescheid, den wir an die von Ihnen angegebene Anschrift versenden. Sie erhalten erst eine Einladung zur Prüfung, wenn die Zahlung bei uns eingegangen ist.
Bei einem Rücktritt von der Prüfung werden folgende Stornokosten in Rechnung gestellt beziehungsweise einbehalten:
  • Rücktritt mehr als vierzehn Werktagen bis zum Prüfungstermin: 40 % der Prüfungsgebühr.
  • Rücktritt weniger als vierzehn Werktagen bis zum Prüfungstermin: 50 % der Prüfungsgebühr.
  • Rücktritt weniger als sieben Werktagen bis zum Prüfungstermin: 90 % der Prüfungsgebühr.
  • Bei Nichterscheinen oder Rücktritt am Prüfungstag - ohne ärztliches Attest (Original) bis drei Tage nach dem Prüfungstermin: 100 % der Prüfungsgebühr.

Anmeldung zur Prüfung

Satzung Gefahrgutbeauftragte

Die Industrie- und Handelskammer zu Köln hat in der Vollversammlung vom 10. April 2018 eine neue Satzung betreffend die Schulung, die Prüfung und die Erteilung des Schulungsnachweises für Gefahrgutbeauftragte verabschiedet. Diese Satzung ist zum 1. Mai 2018 in Kraft getreten und enthält einige Neuerungen, die zu beachten sind.

Prüfungsvorbereitung + Veranstalterliste

Zur Vorbereitung auf die Prüfung stellen wir Ihnen hier einen aktuellen Fragenfundus, der vom DIHK entwickelt wurde, zur Verfügung. Die vorliegende Fassung entspricht den zurzeit in Deutschland auf der Basis des Gefahrgutbeförderungsgesetzes veröffentlichten bzw. geltenden internationalen Gefahrgutrechtsvorschriften, den geltenden Verordnungen, Richtlinien und multilateralen Vereinbarungen.
 
Veranstalterliste für Schulungen der Gefahrgutbeauftragten - anerkannt zur Durchführung folgender Verkehrsträger:
Gefahrgut-Umweltschutz
Cornelius Giefer GmbH

Gartenstr. 4 a
50181 Bedburg
Tel. 02272 4818
Fax 02272 2541
Straßenverkehr
Eisenbahnverkehr
Seeschiffverkehr
green duck GmbH
Herr Thorsten Pütz
Stadtparkinsel 41
41515 Grevenbroich
Tel. 02181 4737384
E-Mail: info@green-duck.de
Straßenverkehr
Eisenbahnverkehr
Seeschiffverkehr
TÜV SÜD Akademie GmbH
Herr Patrick Gehrke
Erna-Scheffler-Str. 5
51103 Köln
Tel. 0221 569480-15
E-Mail: patrick.gehrke@tuev-sued.de
Straßenverkehr
Für die Richtigkeit der in dieser Website enthaltenen Angaben können wir trotz sorgfältiger Prüfung keine Gewähr übernehmen.