Fachkräftesicherung

Kurzarbeit

Kurzarbeitergeld wird wegen der Auswirkungen der Corona-Krise leichter gewährt
Unter Kurzarbeit versteht man eine vorübergehende Verkürzung der betrieblichen Arbeitszeit bis hin zu einer vorübergehenden Einstellung der Arbeit. Der Arbeitnehmer wird von seiner Verpflichtung zur Arbeitsleistung befreit und verliert (teilweise) seinen Vergütungsanspruch. Als Ausgleich erhält er Kurzarbeitergeld. Die mögliche Bezugsdauer für das konjunkturelle Kurzarbeitergeld beträgt im Regelfall zwölf Monate.
Mit Ihren Fragen zum Kurzarbeitergeld können Sie sich gerne auch per Mail an uns wenden.

Kurzarbeitergeldverordnung

Der Gesetzgeber hat wegen der Coronakrise Erleichterungen beim Kurzarbeitergeld beschlossen, die rückwirkend zum 1. März 2020 in Kraft getreten sind:
  • Wenn aufgrund schwieriger wirtschaftlicher Entwicklungen (wie zum Beispiel durch das Coronavirus) Aufträge ausbleiben, kann ein Betrieb Kurzarbeit anmelden, wenn mindestens 10% der Beschäftigten vom Arbeitsausfall betroffen sein könnten. Diese Schwelle lag bisher bei 30% der Belegschaft.
  • Auf den Aufbau negativer Arbeitszeitsalden vor Zahlung des Kurzarbeitergeldes wird verzichtet. Das bislang geltende Recht verlangte, dass in Betrieben, in denen Vereinbarungen zu Arbeitszeitschwankungen genutzt werden, diese auch zur Vermeidung von Kurzarbeit eingesetzt und ins Minus gefahren werden.
  • Auch Leiharbeitnehmerinnen und Leiharbeitnehmer können Kurzarbeitergeld beziehen.
  • Durch die Änderungen der Kurzarbeitergeldverordnung werden die erleichterten Bezugsregelungen für das Kurzarbeitergeld bis zum 31.12.2021 verlängert, unter der Voraussetzung, dass die Betriebe bis zum 30.09.2021 Kurzarbeit eingeführt haben. Die vom Arbeitgeber allein zu tragenden Beiträge zur Sozialversicherung werden auf Antrag von der Agentur für Arbeit vom 01.01.2021 bis zum 30.09.2021 in voller Höhe und vom 01.07.2021 bis zum 31.12.2021 in Höhe von 50% pauschaliert erstattet, wenn der Betrieb bis zum 30.09.2021 Kurzarbeit eingeführt hat.
  • Zudem kann unter bestimmten Voraussetzungen eine zusätzliche Erstattung der Sozialversicherungsbeiträge bei Weiterbildung während der Kurzarbeit gewährt werden.
 Die zweite Verordnung über die Bezugsdauer für das Kurzarbeitergeld wurde veröffentlicht. Es können daher ab jetzt Verlängerungsanzeigen für den Bezug von Kurzarbeitergeld über den 31.12.2020 hinaus (auf bis zu 24 Monate, bis längstens zum 31.12.2021) gestellt werden. Siehe Bundesgesetzblatt Jahrgang 2020 Teil 1 Nr. 46, ausgegeben zu Bonn am 19. Oktober 2020.
Auf der Seite der Agentur für Arbeit Köln finden Sie Hinweise zur Anzeige auf Verlängerung des Kurzarbeitergeldes.

Erhöhung des Kurzarbeitergeldes

Für Beschäftigte, deren Arbeitsentgelt um mindestens die Hälfte reduziert ist, wird das Kurzarbeitergeld ab dem 4. Bezugsmonat auf 70% bzw. 77% der Nettoentgeltdifferenz erhöht, ab dem 7. Bezugsmonat auf 80% bzw. 87%.  Diese Regelungen bestehen bis zum 31.12.2021 und gelten für Beschäftigte, deren Anspruch auf Kurzarbeitergeld bis zum 31. März 2021 entstanden ist.

Steuerfreie Zuschüsse zum Kurzarbeitergeld

Viele Unternehmen haben ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in der Corona-Krise freiwillig Zuschüsse zum Kurzarbeitergeld gezahlt. Diese Zuschüsse sind nun rückwirkend steuerfrei. 
Ausführliche Informationen finden Sie auf unserer Seite.

Bundesagentur für Arbeit

Die Bundesagentur für Arbeit informiert über die Voraussetzungen von Kurzarbeitergeld  und beantwortet häufig gestellte Fragen.
© Bundesagentur für Arbeit
© Bundesagentur für Arbeit
Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) beantwortet ebenfalls Ihre wichtigsten Fragen zur Kurzarbeit. 
Die bundeseinheitliche, kostenlose Kontaktnummer der Agenturen für Arbeit für Unternehmen lautet 0800-4555520 (Infos zu den Arbeitsagenturen in ihrer Region).

Anrechnung von Nebeneinkünften

Vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2021 wird Entgelt aus einer geringfügig entlohnten Tätigkeit, die während des Kurzarbeitergeldbezugs aufgenommen worden ist, nicht dem Ist-Entgelt angerechnet.

Formulare

Kurzarbeitergeld wird frühestens von dem Kalendermonat an geleistet, in dem die Anzeige über den Arbeitsausfall bei der Agentur für Arbeit eingegangen ist. Die Anzeige über den Arbeitsausfall muss daher bis zum letzten Tag des Monats, für den Kurzarbeitergeld beantragt werden soll, bei der Agentur für Arbeit eingegangen sein. Der Antrag auf Kurzarbeitergeld ist innerhalb einer Ausschlussfrist von 3 Monaten zu stellen. Die Frist beginnt mit Ablauf des Kalendermonats, für den das Kurzarbeitergeld beantragt wird.
Informationen zu Kurzarbeit bei Ausbildungen finden Sie auf der Seite Fragen zu Ausbildungen und Prüfungen rund um das Coronavirus.