Recht und Steuern

Möglichkeiten zur steuerlichen Entlastung für Unternehmen in der Corona-Krise

Das Bundesministerium der Finanzen und die Länderfinanzministerien haben verschiedene steuerliche Erleichterungen beschlossen, um die von der Corona-Krise unmittelbar und nicht unerheblich betroffenen Steuerpflichtigen zu entlasten. Ziel ist es, die Liquidität bei Unternehmen zu verbessern, die durch die Corona-Krise in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten sind.

Steuerliche Hilfsangebote weiterhin möglich – Antragsfristen beachten!

So wird für die Betroffenen weiterhin die Möglichkeit eingeräumt, Steuerzahlungen in der Regel zinslos zu stunden. Dies verschafft den Steuerpflichtigen eine Zahlungspause gegenüber dem Finanzamt. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, die Vorauszahlungen zur Einkommen-, Körperschaft- und zur Gewerbesteuer herabzusetzen.
Des Weiteren soll bis zum  31. März 2022 von  Vollstreckungsmaßnahmen bei bis zum 31. Januar 2022 fällig gewordenen Steuern (Einkommensteuer, Körperschaftsteuer, Solidaritätszuschlag, Kirchensteuer und Umsatzsteuer) abgesehen werden, wenn dem Finanzamt bis zum 31. Januar 2022 aufgrund einer Mitteilung des Vollstreckungsschuldners bekannt wird, dass der Vollstreckungsschuldner nachweislich unmittelbar und nicht unerheblich negativ wirtschaftlich von der Corona-Krise betroffen ist ( Vollstreckungsaufschub). 
Bei Vereinbarung einer angemessenen Ratenzahlung ist in solchen Fällen eine Verlängerung des Vollstreckungsaufschubs für die bis zum 31. Januar 2022 fälligen Steuern längstens bis zum 30. Juni 2022 einschließlich des Erlasses der bis dahin insoweit entstandenen Säumniszuschläge möglich. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit
  • die Fristverlängerung zur Abgabe der Jahressteuererklärung,
  • die Fristverlängerung für die Nachreichung von angeforderten Unterlagen und Belegen,
  • den Antrag auf Erlass festgesetzter Verspätungszuschläge bei (rückwirkender) Fristverlängerung
Für die konkrete Inanspruchnahme der beschriebenen Steuererleichterungen setzen Sie sich bitte direkt mit Ihrem Finanzamt in Verbindung. Geht es Ihnen um die Stundung der Gewerbesteuer, ist Ihr zuständiger Ansprechpartner die Gemeinde-/Stadtverwaltung, da dieser die Festsetzung und Erhebung der Steuern obliegt. Geht es um die Versicherungssteuer oder das sogenannte Verfahren VAT on e-Services (besonderes Umsatzsteuerverfahren) sprechen Sie bitte das Bundeszentralamt für Steuern (BZSt) an.

FAQs zum Thema "Corona und Steuern"

Einen kompakten Überblick über die näheren Einzelheiten der entsprechenden Maßnahmen finden Sie in den FAQs des BMF. Die Ausführungen gelten als allgemeine Hinweise im Umgang mit den sich aufdrängenden Fragestellungen im Zusammenhang mit der Corona-Krise und werden regelmäßig aktualisiert.
Weiterführende Infos finden Sie auf unseren Internetseiten hier:

Hinweise zur umsatzsteuerlichen Behandlung gewährter Corona-Hilfen

Nach Information des Bayerischen Landesamtes für Steuern stellen die im Rahmen der Corona-Hilfsprogramme gewährten Leistungen aus umsatzsteuerlicher Sicht echte nichtsteuerbare Zuschüsse dar und sind weder in den Umsatzsteuer-Voranmeldungen noch in den Umsatzsteuer-Jahreserklärungen anzugeben.
Dies gilt ebenso für das Anschlussprogramm "Überbrückungshilfe" des Bundes. Informationen zur umsatzsteuerlichen Behandlung gewährter Corona-Hilfen (PDF-Datei · 258 KB).