Pressemeldung 6. Januar 2022

IHK Köln stellt Jahresthemen vor – Fachkräfte, Innenstädte und Rheinisches Revier im Fokus

IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Uwe Vetterlein: „Wir müssen alle Kraft in die Ausbildung junger Leute stecken!“
Die regionale Wirtschaft hat im aktuellen Jahr viel vor sich: „Ganz weit oben bei den Herausforderungen stehen die fehlenden Fachkräfte“, sagt Dr. Uwe Vetterlein, Hauptgeschäftsführer der IHK Köln. „Die Corona-Pandemie hat die Entwicklung noch einmal verschärft, immer weniger junge Menschen entscheiden sich für eine duale Berufsausbildung. Gerade diese Fachkräfte werden jedoch händeringend gesucht. Wir schaffen den Umbau zu einer klimagerechten und ressourcenschonenden Wirtschaft nicht ohne Fachkräfte!“
Daher setzt die IHK Köln im Jahr 2022 auf viele niederschwellige und individuelle Angebote, um für eine Berufsausbildung zu werben.
„Wir gehen auf die Schulhöfe, informieren Eltern, unsere Ausbildungsbotschafter sind in den Schulklassen, wir beraten ohne Termin und haben hoffentlich auch wieder viele Speed-Datings etc. Eine Ausbildung bietet nur Vorteile: Die jungen Leute arbeiten im Team, verdienen Geld, haben herausragende Zukunftschancen und können im Anschluss immer noch ein Studium beginnen bzw. den Fachwirt oder Meister machen. Eine Berufsausbildung nach der Schule sollte eigentlich wieder zur Selbstverständlichkeit werden!“

Innenstädte stehen vor riesigem Wandel

Die Corona-Pandemie hat auch die negative Entwicklung der Innenstädte in der Kölner Region forciert. In vielen Orten – nicht nur in Köln – stehen Ladenlokale leer, Einkaufsstraßen verlieren an Attraktivität und Shopping als alleiniger Grund, in die City zu fahren, zieht nicht mehr. „Am Beispiel Kölns sehen wir, dass wie in allen anderen Innenstädten jetzt gehandelt werden muss. Dazu brauchen wir einen neuen Nutzungsmix, der der geringer werdenden Dominanz des Handels Rechnung trägt. Jede Innenstadt ist dabei individuell zu bewerten und braucht eigene Konzepte“, meint Uwe Vetterlein. Die IHK Köln will dazu mit den Städten gemeinsam an einem Zielbild für auch in Zukunft attraktive Zentren arbeiten.
Eine Voraussetzung für die Attraktivität der Citys ist deren Erreichbarkeit. Ohne gut ausgebauten ÖPNV, ohne gute Erreichbarkeit für den Individualverkehr und ohne sichere Rad- und Fußwege werden die Städte nicht funktionieren, schon gar nicht das Oberzentrum Köln. Hier ist ein Öffentlicher Nahverkehr, der den Ansprüchen einer Metropole genügt, Voraussetzung für die gewünschte Verkehrswende.  „Die Entscheidung über die Ost-West-Achse, die für 2022 ansteht, ist für uns insofern ein Lackmustest, inwiefern es der Kölner Politik um eine ernstgemeinte Verkehrswende oder nur um ein ideologisch motiviertes Verdrängen des Autos als Verkehrsmittel geht“, sagt Uwe Vetterlein.

Rheinisches Revier – hier entscheidet sich die Zukunft des regionalen Wirtschaftsstandorts

Als riesige Chance für die gesamte Region beschreibt die IHK Köln die Zukunft des Rheinischen Reviers. „Wie wir mit dem Revier umgehen, wie wir die Energieversorgung klimaneutral sicherstellen und welche Industrien wir hier ansiedeln, entscheidet über die Zukunft der Wirtschaft entlang der gesamten Rheinschiene. Wir brauchen jetzt Rahmenbedingungen, die unternehmerische Investitionen anziehen. Dazu gehört an erster Stelle die Versorgungssicherheit mit Strom und anderer klimaneutraler Energieträger. Neue zukunftsfeste Arbeitsplätze und Innovationen können nur auf dafür ausgewiesenen neuen oder umgewidmeten Industrieflächen mit der erforderlichen Infrastruktur entstehen. Nur dann kann das Rheinische Revier zum Vorreiter für eine moderne und klimaneutrale Industrieregion werden“, meint Vetterlein. „Wir alle wollen eine klimaneutrale Wirtschaft, aber wir brauchen eine sichere und bezahlbare Energieversorgung, vernünftige und schnelle Planungs- und Genehmigungsprozesse, sehr schnell neue Flächen für Industrie und kein Klein-Klein mit vielen Partikularinteressen“, appelliert der IHK-Hauptgeschäftsführer. Hierzu sei die IHK Köln mit allen Akteuren im Austausch, das Thema habe hohe Priorität.
„Es gibt für die regionale Wirtschaft sehr viele Herausforderungen, es ist eine Zeit des schnellen Wandels, Corona hat in vielen Bereichen wie ein Beschleuniger gewirkt. Aber da alle Fragen schon lange bekannt sind: Angesichts der ambitionierten Zeitpläne für den Braunkohleausstieg gibt es nur ein sehr enges Zeitfenster für hochkonzentriertes Handeln. Es sollte sowohl Politik, Verwaltung als auch den Unternehmen in der Region klar sein, dass wir jetzt nur in einer gemeinsamen gewaltigen Kraftanstrengung diese Zukunftsaufgaben bewältigen können“, meint Uwe Vetterlein.