Pressemeldung, 12. August 2021

Rhein-Erft: Unternehmen von Auswirkungen der Flutkatastrophe mittelbar betroffen

Brühl. Viele Unternehmen im Rhein-Erft-Kreis stehen durch die Flutkatastrophe vor großen Herausforderungen, selbst wenn sie gar nicht direkt betroffen sind. Davon haben viele Unternehmerinnen und Unternehmer auf der Sondersitzung der sechs regionalen Gremien der IHK Köln im Rhein-Erft-Kreis in Brühl berichtet.
Zwar seien die meisten Unternehmen im Rhein-Erft-Kreis während der Flut Mitte Juli vergleichsweise glimpflich davongekommen – anders als etwa die schwer getroffenen Bürgerinnen und Bürger in Erftstadt-Blessem oder Unternehmen in benachbarten Kreisen. Allerdings befürchten viele Unternehmen einen Rückgang der Umsätze durch fehlende Kaufkraft der betroffenen Bürgerinnen und Bürger. Das habe der hybride Austausch mit knapp 50 Mitgliedern der Gremien sowie Landrat Frank Rock und der Erftstädter Bürgermeisterin Carolin Weitzel bestätigt.
Viele Unternehmerinnen und Unternehmer aus Industrie und Logistik sorgten sich zudem wegen ausgefallener Zulieferer und der beschädigten oder unterbrochenen Verkehrsinfrastruktur. Fahrzeiten hätten sich teilweise mehr als verdoppelt. Durch das nahende Ferienende werde die Belastung durch Staus voraussichtlich noch erheblich größer. Darüber hinaus leide das Gastgewerbe unter zahlreichen Stornierungen, weil fälschlicherweise die ganze Region als Katastrophenzone wahrgenommen werde.
„Wir brauchen jetzt eine nationale Kraftanstrengung, um die Infrastruktur schnellstmöglich wieder zu ertüchtigen und zumindest die Folgen der Katastrophe abzumildern“, fordert IHK-Präsidentin Nicole Grünewald. „An den zerstörten Fahrwegen muss jetzt mit höchster Priorität gearbeitet werden. Natürlich darf dies nicht zu Lasten der ohnehin geplanten Infrastrukturprojekte gehen.“ Zuversichtlich stimme sie, dass mit Dr. Fritz Jaeckel ein erfahrener Fachmann Wiederaufbau-Beauftragter des Landes wird. „Herr Dr. Jaeckel ist als Hauptgeschäftsführer der IHK Nordwestfalen ein hochgeschätzter Kollege. Durch seine Erfahrung mit dem Wiederaufbau nach den Hochwasser-Katastrophen von 2002 und 2013 in Sachsen als Staatsekretär und seiner Wirtschaftsexpertise ist er eine exzellente Wahl für diese Aufgabe.“
Michael Volkmann, Geschäftsführer der brüneo Gesellschaft für gute Geschäfte mbH und Vorsitzender der Beratenden Versammlung, zeigt sich derweil begeistert von der Hilfsbereitschaft der Unternehmen in der Region: „Von Lebensmittellieferungen über das Angebot von Räumlichkeiten bis hin zu tatkräftiger Unterstützung vor Ort: Viele Unternehmen bringen sich vorbildlich ein“, sagt Volkmann. Gleichzeitig habe der Austausch gezeigt, dass es noch immer eine Herausforderung sei, Hilfsangebote und -gesuche zusammenzubringen. Hier verwiesen Landrat Rock und Bürgermeisterin Weitzel auf die Seite www.helft-erftstadt.de. Die IHK Köln unterstützt mit einer eigenen Plattform für Hilfsangebote unter www.ihk-koeln.de/fluthilfe.
Alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Sitzung waren sich einig, dass die breite Unterstützung für die Betroffenen auch nach der unmittelbaren Krisenhilfe aufrechterhalten werden müsse. „Der große Schock kommt häufig erst nach dem ersten Aufräumen. Dann muss Unterstützung da sein“, sagt Volkmann.
Um betroffene Mitgliedsunternehmen in den kommenden Wochen und Monaten auf dem Laufenden zu halten, etwa zu den Unterstützungsangeboten des geplanten Wiederaufbauprogramms oder Informationsveranstaltungen, hat die IHK Köln einen Newsletter für flutgeschädigte Unternehmen eingerichtet. Dieser kann unter www.ihk-koeln.de/newsletter abonniert werden.