Pressemeldung, 18. Juni 2021

Sommertagung der Vollversammlung der IHK Köln

Neustart statt Stillstand: Bei der Sommer-Vollversammlung der IHK Köln standen die Erfahrungen der Unternehmerinnen und Unternehmer aus der Corona-Krise im Mittelpunkt.

Digitalisierung

Bei einem offenen Austausch berichteten Betroffene von Schließungen, dem mühseligen Weg zu Finanzhilfen oder auch von völlig neuen Geschäftsfeldern. Alle waren sich einig: Das neu gewonnene Tempo im Bereich Digitalisierung darf nicht nachlassen und Entwicklungen zugunsten von mehr Klimaschutz, wie zum Beispiel die geringere Frequenz von Dienstreisen, sind unbedingt weiter zu verfolgen.
Dr. Nicole Grünewald, Präsidentin der IHK Köln, hob die hohe Krisenfestigkeit der regionalen Wirtschaft hervor: „Unser Branchenmix und die unterschiedlichen Betriebsgrößen in der Region haben die Wirtschaft hier generell gut durch die Krise kommen lassen. Gemeinsam müssen wir nun daran arbeiten, dass die Wirtschaft nicht weiter in betroffene und nicht-betroffene Branchen gespalten bleibt. Finanzielle Hilfen müssen weiter abrufbar sein, aber im Fokus stehen jetzt die bereits angelaufenen Öffnungen. Auch Events müssen wieder stattfinden können, Locations  erreichbar bleiben. Unternehmen sind dann erfolgreich, wenn die Rahmenbedingungen stimmen, und dazu gehört auch die Aufenthaltsqualität in der Umgebung!“

Kölner Innenstadt

Damit Köln als Einkaufsstadt wieder attraktiv wird, fordern die Mitglieder der Vollversammlung in einer Resolution einen Neustart für die Kölner Innenstadt. In einer Bestandsaufnahme hat der IHK-Ausschuss für Stadt- und Regionalentwicklung dabei die prekären Punkte benannt. Johannes Schilling, Vizepräsident der IHK Köln, fasst die Lage zusammen: „In der City muss viel mehr Aufenthaltsqualität geschaffen und die Straßen und Plätze in einen besseren Zustand gebracht werden. Für eine große Strahlkraft sind Sicherheit und Sauberkeit wichtige Bausteine. Die Erreichbarkeit der City mit einem umweltgerechten Mix aus ÖPNV, PKW und Fahrrad muss gewährleistet sein. Kultur als wichtiger Wirtschafts- und Standortfaktor in Köln sowie Qualität als unverzichtbarer Bestandteil einer Metropole brauchen eine leidenschaftliche Rückendeckung. In der Innenstadt gilt das für den Einzelhandel genauso wie für das kulturelle Angebot.“
In verschiedenen Arbeitsgruppen wollen die Ausschussmitglieder Lösungsvorschläge für diese Themen erarbeiten und bei Politik und Verwaltung für deren Umsetzung werben. Hierzu braucht es nach Meinung der Vollversammlung ein professionell aufgestelltes City-Management und eine klare Definition der zu erledigenden Aufgaben. Ein breites Bündnis aus Verbänden, Kammern und Vereinen soll den Gestaltungsprozess stützen und begleiten.

Wahlprüfsteine für die Bundestagswahl

Zur anstehenden Bundestagswahl hat die Vollversammlung Wahlprüfsteine verabschiedet, an denen die Wahlversprechen der Kandidaten und die Wahlprogramme Parteien gemessen werden können. Nicole Grünewald: „Jetzt müssen die Rahmenbedingungen für die Zeit nach der Krise ausgehandelt und festgezurrt werden. Von der Förderung digitaler Schlüsseltechnologien über das Dauerthema Entbürokratisierung bis zur Mobilität und den Staatsfinanzen – von vielen politischen Themen sind Wirtschaftsunternehmen direkt betroffen und da lohnt es sich, genau hinzuschauen. Über allem aber steht die Klimapolitik als große Herausforderung, die wir weder in der Region noch in Deutschland alleine lösen werden, für die wir aber mit innovativer Technologie, mit Nachhaltigkeit und Ausbau der Kreislaufwirtschaft auch regional viel erreichen können. Auch dazu brauchen wir qualifizierte Fachkräfte, die wir nur haben werden, wenn die berufliche Bildung weiter gestärkt wird.“