Pressemeldung, 9. März 2021

Blitzumfrage der IHK Köln: Ausbildungsbetriebe halten Lehrstellen-Angebot aufrecht – trotz Corona

Gute Nachrichten für Jugendliche, die in eine Berufsausbildung einsteigen möchten: Die Unternehmen in der Region Köln bieten auch während der Corona-Krise vielen jungen Männern und Frauen die Chance auf eine Berufsausbildung und damit einen Einstieg in die berufliche Karriere. Das zeigt eine aktuelle Blitzumfrage der IHK Köln bei Ausbildungsbetrieben, an der sich 1.162 Unternehmen beteiligt haben.
Mehr als die Hälfte der Betriebe bieten gleich viele Ausbildungsplätze an wie vor der Pandemie. Zehn Prozent mussten ihr Angebot etwas verringern, bilden aber weiter aus. Zwar sind acht Prozent wegen der Pandemie aus der Ausbildung ausgestiegen – aber sogar fünf Prozent der Unternehmen bilden mehr Azubis aus als vor der Corona-Krise. „Diese Zahlen machen uns Mut – und sie sollten auch den jungen Menschen Mut machen, die eine Berufsausbildung anstreben: Sprechen Sie die Betriebe an, schicken Sie den Unternehmen Ihre Bewerbungen", sagt Christopher Meier, Geschäftsführer Aus- und Weiterbildung der IHK Köln.

Ausbildungsstellen bei kleinen und mittleren Unternehmen werden von Bewerbern oft übersehen

Denn: Immerhin knapp 13 Prozent der befragten Unternehmen gaben an, keine oder fast keine Bewerbungen zu erhalten. „Große und bekannte Betriebe haben dieses Problem in der Regel nicht. Betroffen sind vor allem kleinere und mittlere Unternehmen, die von angehenden Azubis einfach sehr viel weniger wahrgenommen werden." Rund 21 Prozent der befragten Betriebe sind zufrieden mit der Qualität der Bewerbungen, die bei ihnen eingehen. Etwas mehr, 24 Prozent, wünschen sich dagegen Bewerber, die besser zu ihrem Anforderungsprofil passen. „Dabei geht es nicht unbedingt nur um Noten, die den Betrieben nicht reichen", stellt Meier klar. „Häufig kann man aus den Bewerbungen auch herauslesen, dass sich die Interessenten einfach zu wenig mit dem angestrebten Beruf oder mit dem Ausbildungsbetrieb beschäftigt haben. Und das kann man schnell ändern."

Betriebe wünschen sich mehr aussagekräftige Bewerbungen – IHK Köln gibt Jugendlichen Tipps

Um passende Bewerberinnen und Bewerber für ihre unbesetzten Ausbildungsplätze zu finden, nutzt deshalb die Mehrzahl der Unternehmen (37 Prozent) kostenfreie Unterstützungsangebote wie die Ausbildungsstellenvermittlung der IHK Köln. Hier können die Jugendlichen vorab ihre Berufsvorstellungen besprechen und möglicherweise anpassen. Anschließend bekommen sie Unterstützung, um ihre Bewerbungsunterlagen aussagekräftig machen. „Danach können wir dann den Kontakt zu Ausbildungsbetrieben herstellen, die wir bei der Azubi-Suche unterstützen," erläutert Meier, „das sind häufig auch kleinere oder mittelgroße Unternehmen." Auch Stellenportale, wie die IHK-Lehrstellenbörse oder ähnliche Plattformen, sind beliebt: Ein Viertel der befragten Betriebe nutzt sie für die Bewerbersuche.

IHK Köln informiert über Finanzhilfen aus dem Bundesprogramm „Ausbildung sichern"

Mit virtuellen Ausbildungsmessen dagegen haben sich viele Unternehmen – trotz Corona – bislang offenbar noch wenig beschäftigt. „Die Rekrutierung läuft, so hat es den Anschein, bislang noch nicht so stark über digitale Messen", so Meier. Ebenfalls auf geringe Resonanz stoßen derzeit noch die Fördermöglichkeiten des Bundesprogramms „Ausbildung sichern": Nur 12 Prozent der befragten Betriebe nutzen das Angebot. „30 Prozent der teilnehmenden Unternehmen gibt an, das Programm nicht zu kennen – das lässt sich ändern, die IHK Köln bietet hier ein umfangreiches Informationsangebot und wird hier noch mal aktiv informieren ", kündigte Meier deshalb an.

„Ausbildungsbegleitende Hilfen“ als Unterstützung für Azubis im Homeschooling

Zu den größten Herausforderungen des vergangenen Jahres gehörten für Ausbildungsbetriebe neben Kurzarbeit und dem verstärkten Homeoffice in den Unternehmen auch die Unterrichtsversorgung an den Berufsschulen. „Auch Azubis sind und waren vom Homeschooling betroffen, das wird leider häufig übersehen", so Christopher Meier. Er verweist deshalb auf das Angebot „ausbildungsbegleitende Hilfen" der Arbeitsagenturen. Über dieses Programm können Betriebe für ihre Azubis nicht nur kostenlos Nachhilfe in ihren schwachen Fächern bekommen, sondern auch sozialpädagogische Betreuung, Kommunikationstraining, gezielte Prüfungsvorbereitung und nicht zuletzt einen individuellen Lernplan. Alles Aspekte, die den Auszubildenden gezielt unterstützen.
Die Ausbildungsstellenvermittlung der IHK Köln, www.ihk-koeln.de/150, ist für Jugendliche und für Betriebe zu erreichen per WhatsApp (0173 5487517), Mail (ausbildungsvermittlung@koeln.ihk.de) oder Telefon (0221 1640-6650).