Pressemeldung, 13. Januar 2021

Bei Abriss der Rodenkirchener Brücke droht Verkehrskollaps

Die Rheinbrücken in der Region kommen nicht aus den Schlagzeilen. Neben Meldungen über eine erneute Verzögerung beim Weiterbau der neuen Leverkusener Brücke überraschte heute die Nachricht, dass bei einer Erweiterung der Rodenkirchener Autobahnbrücke von sechs auf acht Spuren diese komplett abgerissen und neu gebaut werden müsse.
„Für den Wirtschaftsverkehr ist das eine verheerende Nachricht“, sagt Dr. Ulrich Soénius, Geschäftsführer Standortpolitik der Industrie- und Handelskammer zu Köln. „Eine jahrelange Beeinträchtigung dieser wichtigen Rheinquerung ist kaum vorstellbar – das würde einen regionalen Verkehrskollaps provozieren.“
Zwar sei die Spurerweiterung  grundsätzlich zu begrüßen, Abriss und Neubau in Rodenkirchen kämen aber nur in Frage, wenn die neue Leverkusener Brücke und die geplante neue Rheinquerung im Kölner Süden, die A553 von Godorf nach Porz, fertiggestellt seien. „Ansonsten müssen die Lkw von einem Kölner Stadtteil in den anderen über Düsseldorf und Bonn fahren, da die städtischen Brücken den Mehrverkehr auch nicht aufnehmen könnten.“

„Das Brückendesaster in unserer Region weitet sich immer stärker aus.“

Die Unternehmen, die wesentlich zum Wohlstand der Region beitragen, erwarteten zurecht eine zuverlässige und sichere Infrastruktur, so Soénius. „Das Brückendesaster in unserer Region weitet sich immer stärker aus – es muss mit aller Macht versucht werden, diese Situation in den Griff zu bekommen.“ Die regionale Wirtschaft benötige Planungssicherheit und Ausgleich für Mehrkosten. Deshalb sollte geprüft werden, ob die LKW-Maut in der Region ausgesetzt werden könne, damit den Unternehmen zumindest ein kleiner Teil der Kosten, die aufgrund der schlechten Infrastruktur entstünden, erstattet würde. Soénius: „Unseren Mitgliedsunternehmen entstehen seit Jahren Tag für Tag Mehrkosten, weil sie Umwege fahren müssen.“