Mobilität

Übersicht der Brückensanierung in Köln

Aktueller Stand, Herausforderungen, politische Beschlüsse sowie Aktivitäten und die Position der IHK Köln
Das Kölner Stadtgebiet wird von mehreren Brücken gezeichnet. Während die Südbrücke und die Hohenzollernbrücke ausschließlich für den Bahn-, Rad- und Fußverkehr bestimmt sind, wird der Straßenverkehr über die fünf weiteren Brücken geleitet. Mit dem stetig steigenden Verkehrsaufkommen sind die Brücken immer größeren Belastungen ausgesetzt. So müssen einige der Brücken saniert oder komplett neu gebaut werden. Eine Zusammenfassung über die Situation der Rheinbrücken in Köln ist hier dargestellt. Aktuelle und detaillierte Informationen sind zudem über den Verkehrskalender-Logistik der Stadt Köln abrufbar.

Übersicht Brückensperrung

  • Die Deutzer Brücke ist für Fahrzeuge mit 3,5 Tonnen zulässiger Gesamtmasse gesperrt.
  • Die Leverkusener Rheinbrücke ist für Fahrzeuge mit 3,5 Tonnen zulässiger Gesamtmasse gesperrt.
  • Auf der Mülheimer Brücke gilt eine Höhenbegrenzung für Fahrzeuge bis zu 2,80 Meter sowie eine Gewichtsbeschränkung mit 3,5 Tonnen zulässiger Gesamtmasse. Als Ausweichroute für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen zulässiger Gesamtmasse steht der Tunnel Kalk zur Verfügung. Aus Sicherheitsgründen ist der Tunnel für den Gefahrstoffgüterverkehr gesperrt.
  • Die Zoobrücke ist für Fahrzeuge mit 30 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht seit dem 15. Oktober 2010 gesperrt. Der Schwerlast-Fernverkehr wird über den Autobahnring und die Severinsbrücke umgeleitet. Der Ziel- und Quellverkehr wird über ausgeschilderte Strecken geleitet.

Herausforderungen für die Unternehmen und Pendler

Der schlechte Zustand der Brücken führt zu einer deutlichen Belastung der Verkehrssituation in Köln. Aus einer Umfrage der IHK Köln im Jahr 2014 geht hervor, dass aufgrund der Leverkusener Brückensperrung für Fahrzeuge ab 3,5 Tonnen, Fahrer Umwege von durchschnittlich 35 km pro Fahrt in Kauf nehmen müssen. Hinzu kommt die Berücksichtigung der Umweltzone und der Durchfahrtsverbotszone in der Region ( Stadtmobilität aus Sicht der Wirtschaft am Beispiel Köln, S.42).
Die Baustellenkoordinierung ist hier zwingende Voraussetzung, um die Auswirkungen besser zu koordinieren. Denn die Erreichbarkeit für Unternehmen wird stetig schwieriger und Pendler sind durch die zusätzlich entstehenden Staus, Stress und enormen Zeitverlusten ausgesetzt. Der erhöhte Ressourcenverbrauch und die stärkere Umweltbelastung führen zu ökologischen und ökonomischen Schäden.

Politische Beschlüsse und das Verwaltungshandeln

Die Bundesanstalt für Straßenwesen hat 2017 den Zustand der Brücken in Deutschland auf Grundlage der regelmäßig stattfindenden Bauwerksprüfung hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf die Dauerhaftigkeit und die Stand- und Verkehrssicherheit benotet. Die Kölner Rheinbrücken wurden hierbei als sanierungsbedürftig eingestuft.In den nächsten Jahren sollen im Rahmen der Verkehrssicherungs- und Bauwerksunterhaltungspflicht Maßnahmen zur Instandsetzung durchgeführt werden. Im November 2016 hat die Bezirksregierung Köln den Planfeststellungsbeschluss für den Neubau der Leverkusener Brücke erlassen. Nach einer Ausschreibung hat der Baukonzern Porr den Auftrag erhalten.
Am 24. April 2020 hat der Landesbetrieb Straßen.NRW den Vertrag mit dem Baukonzern Porr gekündigt. Kündigungsgrund sind laut Straßen.NRW Mängel bei der Verarbeitung der Stahlbauteile. Der Auftrag wurde am 04. Mai 2020 neu ausgeschrieben. Der Bau der neuen Leverkusener Rheinbrücke wird sich verzögern (Externer Link: Straßen.NRW kündigt Vertrag mit PORR, Straßen.NRW). Der erste Teil der Sanierungsarbeiten an der Severinsbrücke ist beendet. Der zweite Teil erfolgt, wenn die seit 2019 andauernden Gesamtinstandsetzungsmaßnahmen an der Mülheimer Brücke abgeschlossen wurden. (Externer Link: Sanierung der Severinsbrücke, Stadt Köln)
Die Sanierungsarbeiten an der Zoobrücke beginnen, nachdem die Arbeiten an der Mülheimer Brücke und der Severinsbrücke abgeschlossen wurden. (Externer Link: Sanierung der Zoobrücke, Stadt Köln)

Zahlen, Daten, Fakten

In einer 2015 veröffentlichten Studie der IHK Köln und TH Köln wurde deutlich, dass 90 Prozent der teilnehmenden Unternehmen mit der Kapazität und dem Zustand der Brücken unzufrieden sind und hier dringender Handlungsbedarf besteht ( Stadtmobilität aus Sicht der Wirtschaft am Beispiel Köln, S. 137).
Die erforderlichen Umwege führen zu erheblichen Mehrkosten und einer Mehrbelastung für die Umwelt. Unternehmen kostet die Brückensperrung der Leverkusener Brücke für Lkw ab 3,5 Tonnen im Schnitt 1.700 Euro pro Tag ( Stadtmobilität aus Sicht der Wirtschaft am Beispiel Köln, S. 42).

Aktivitäten und Position der IHK Köln

Marode Straßen und Brücken haben direkte Auswirkungen auf die Wirtschaftlichkeit der Unternehmen. Die IHK Köln fordert den Erhalt und bedarfsgerechten Ausbau der Infrastruktur. Es müssen Engpässe beseitigt und die Investitionsmittel für Verkehrswege aufgestockt und verstetigt werden ( Stadtmobilität aus Sicht der Wirtschaft am Beispiel Köln, S. 18). Die Straßen und Brücken müssen schneller geplant, Baustellen besser koordiniert und Verkehr intelligent gelenkt werden.
Die Landesregierung und die Kommunen sind aufgerufen, die bisherigen Aktivitäten zu intensivieren und noch besser abzustimmen und der Bund ist gefordert, 50 Prozent der Sanierungskosten zu übernehmen und so die Erreichbarkeit der Metropolregion Rheinland zu sichern ( IHKs warnen vor Verkehrskollaps im Rheinland).
Die Fertigstellung der Leverkusener Brücke hat höchste Priorität. Die Verzögerungen beim Bau haben schwere Folgen für die Wirtschaft. Hier ist eine schnelle Entscheidung zu treffen, damit diese eingegrenzt werden können. Die Rheinland-IHKs fordern bei der Neuvergabe des Auftrags darauf zu achten, dass die hochwertige Qualität des Bauwerks im Vordergrund steht. Langzeitfolgen sollten von vornherein bedacht und berücksichtigt werden.
Damit die laufenden und auch künftigen Straßeninfrastrukturprojekte besser koordiniert und abgesichert werden, schlagen die IHKs vor, bei Straßen.NRW ein Kontroll- und Informationsgremium einzurichten. So soll in Zukunft frühzeitig bei drohenden Komplikationen gegengesteuert werden. ( Fertigstellung der Leverkusener Brücke hat höchste Priorität)

Aktivitäten der IHK Köln