Aktuelle Themen aus der Region

Großmarkt Köln

Der Großmarkt im Kölner Süden soll seinen fast 80-jährigen Standort aufgrund der Neuausrichtung des derzeitigen Geländes zur „Parkstadt Süd“ aufgeben. Seit nahezu 20 Jahren ist die Diskussion über die Verlagerung des Großmarktes von Köln-Raderberg im Gang.
Jährlich werden ca. 1,2 Millionen Tonnen Ware am Kölner Großmarkt umgeschlagen. Mit der Versorgung von etwa 3,6 Millionen Bürgerinnen und Bürger der Region Köln/Bonn mit frischen Lebensmitteln und seiner Funktion als Logistikzentrum, welches Verkehr bündelt, vermeidet und eine gezielte Verladung ermöglicht, ist der Großmarkt angesichts der Verkehrsproblematik sowie der geplanten Einschränkungen aufgrund der Luftreinhaltung („Dieselfahrverbote“) als zentrale Logistikeinheit für die Region erforderlich.

Herausforderungen für die Unternehmen und Kunden des Kölner Großmarktes

Einen neuen, bezugsfertigen Standort gibt es noch nicht. Der Plan, 2023 den Großmarkt nach Marsdorf zu verlagern, kann nach dem heutigen Stand nicht eingehalten werden. Die Planung, Entwicklung und Umsetzung für eine zielgerichtete Verlagerung nehmen mindestens fünf Jahre in Anspruch. Die meisten Mietverträge der rund 180 Klein- und mittelständischen Unternehmen (KMU) auf dem städtischen Grundstück laufen zum Teil 2023 aus und der jetzige Standort ist sanierungsbedürftig.
Die Unternehmen haben einen hohen Investitionsbedarf und benötigen Planungssicherheit. Sie setzen sich aktiv für den Erhalt des Kölner Großmarktes ein, denn die Situation bedroht ihre wirtschaftliche Existenz und Arbeitsplätze. Neben den KMU-Unternehmen mit den rund 2.000 Beschäftigten am Standort, sind auch die Interessen von über 5.000 Kunden aus stationärem Einzelhandel, Hotel, Gastronomie sowie von Wochenmärkten in der Region betroffen.

Politische Beschlüsse/Verwaltungshandeln

Bereits 2007 beschloss der Rat der Stadt Köln die Verlagerung des Kölner Großmarktes als modernes Frischezentrum an den Standort Marsdorf zum Jahr 2020.2018 erneuerten die Koalitionspartner Bündnis 90/Die Grünen und CDU den Ratsbeschluss und beauftragten die Verwaltung, die Planungen für die Verlagerung fortzusetzen. 2023 soll der neue Großmarkt fertig sein, bis Mitte 2024 sollen die Händler umziehen. Zudem sind notwendige Sanierungsmaßnahmen am jetzigen Standort vorzunehmen.
Der ursprüngliche Plan den Großmarkt 2020 nach Marsdorf zu verlegen, kann nicht eingehalten werden. Um den Unternehmen einen Betrieb am Großmarkt dennoch zu ermöglichen wurde entschieden, dass die meisten Verträge auf dem Kerngelände der Stadt Köln bis 2023 verlängert und notwendige Sanierungsarbeiten am jetzigen Standort vorgenommen werden.

Aktivitäten & Position der IHK Köln

Die Stadt Köln plant auf dem Großmarktgelände in Raderberg den ersten CityHub. Die Großmarkthändler wurden bisher nicht in die Planungen einbezogen. Die IHK Köln lehnt einen CityHub an dieser Stelle strikt ab, da dies angesichts des Ausbaus der Nord-Süd Stadtbahn mit erheblichen negativen Auswirkungen auf den Verkehr auf der Bonner Straße verbunden ist und für den Großmarkt eine zusätzliche Belastung bedeutet. Die IHK Köln fordert schon seit Jahren eine zügige Umsetzung der Pläne für ein neues Frischezentrum in Marsdorf und damit den Erhalt vieler Unternehmen.
Der Rat der Stadt Köln hat die Beschlüsse für die Verlagerung des Großmarktes getroffen. Die Verwaltung muss diese umsetzen. Bis zur endgültigen Umsetzung ist der Betrieb am jetzigen Standort zur Sicherung des Wirtschaftsstandortes zu gewährleisten. Die Unternehmen brauchen Planungssicherheit. Die Alternative, den Betrieb des Großmarktes am Standort Köln-Raderberg im Jahr 2023 einzustellen und die Planungen eines Großmarktes nicht weiterzuverfolgen, lehnt die IHK Köln klar ab.

Aktivitäten der IHK Köln:

  • Am 9. September 2020 fand eine Expertendiskussion („Großmarktgeflüster“) mit Vertretern aus Politik und der IHK Köln über die Zukunft des Großmarktes statt. Die Veranstaltung wurde über das Internet live übertragen und ist auf Youtube unter „Großmarktgeflüster“ abrufbar.
  • 2019 wurden 151 auf dem Großmarkt ansässigen Unternehmen per Umfrage nach einer Interessenbekundung zu einem Umzug nach Marsdorf gebeten. Bisweilen haben über 67 Unternehmen ihr Interesse an einem Umzug nach Marsdorf verkündet.
  • 2018 hat sich die IHK Köln in gemeinsamen Gesprächen mit Oberbürgermeisterin Reker und der Interessengemeinschaft Kölner Großmarkt e. V. dafür eingesetzt, den Bestand des Großmarktes und die Verlängerung der meisten Verträge auf dem Kerngelände bis 2023 zu erreichen.
  • 2015 erfolgte eine Besichtigung des Großmarktes mit Politikern und Mitgliedern der Interessengemeinschaft Kölner Großmarkt e. V.
  • 2014 wurde eine Umfrage unter den Kunden des Großmarktes über die Bedeutung des Großmarktes am Standort Köln durchgeführt. Die fünf Kernbotschaften dieser Umfrage sind:
    • Der Kölner Großmarkt ist ein Thema für die Wirtschaft in der Region.
    • Der Kölner Großmarkt ist ein bedeutender Standortfaktor für die Stadt Köln.
    • Der Kölner Großmarkt ist elementarer Bestandteil des Einkaufs von Handel, Hotels und Gaststätten.
    • Der neue Standort in Köln-Marsdorf muss besser kommuniziert werden.
    • Der Kölner Großmarkt sichert Vielfalt im Handel und in der Gastronomie.
  • 2004 fand ein IHK Expertenhearing über die Chancen und Risiken eines Frische-Logistik-Zentrums statt.
  • Seit 2004 konstante Interessenvertretung gegenüber der Verwaltung und Politik.