Unternehmensführung

Beratungskostenzuschuss für Unternehmen

Der Bund unterstützt Unternehmen, wenn diese Hilfe durch Unternehmensberatungen suchen, mit Zuschüssen zu den Beratungskosten – zum Beispiel mit dem Programm „ Förderung unternehmerischen Know-hows“.

Wer wird gefördert?

Die Förderung unternehmerischen Know-hows richtet sich an kleine und mittlere Unternehmen (KMU) in Deutschland:
  • die nicht länger als zwei Jahre am Markt sind (Jungunternehmen)
  • ab dem dritten Jahr nach der Gründung (Bestandsunternehmen)
  • die sich in wirtschaftlichen Schwierigkeiten befinden, unabhängig vom Unternehmensalter (Unternehmen in Schwierigkeiten)

Was wird gefördert?

Bei Jungunternehmen und Bestandsunternehmen kann eine allgemeine Beratung zu allen wirtschaftlichen, finanziellen, personellen und organisatorischen Fragen der Unternehmensführung gefördert werden. Um strukturellen Ungleichheiten zu begegnen, können zusätzlich zur allgemeinen auch spezielle Beratungen gefördert werden. Hierzu gehören Beratungen von Unternehmen, die:
  • von Frauen geführt werden
  • von Migrantinnen oder Migranten geführt werden
  • von Unternehmern/innen mit anerkannter Behinderung geführt werden
  • zur besseren betrieblichen Integration von Mitarbeiterinnen oder Mitarbeitern mit Migrationshintergrund beitragen
  • zur Arbeitsgestaltung für Mitarbeiterinnen oder Mitarbeiter mit Behinderung beitragen
  • zur Fachkräftegewinnung und -sicherung beitragen
  • zur Gleichstellung und besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf beitragen
  • zur alternsgerechten Gestaltung der Arbeit beitragen
  • zur Nachhaltigkeit und zum Umweltschutz beitragen
Unternehmen in Schwierigkeiten können eine Förderung zur Unternehmenssicherung erhalten, um die wirtschaftliche Leistungs- und Wettbewerbsfähigkeit wiederherzustellen. Zusätzlich kann zur Vertiefung der Maßnahmen eine Folgeberatung zu allen wirtschaftlichen, finanziellen, personellen und organisatorischen Fragen der Unternehmensführung gefördert werden.
Bestandsunternehmen dürfen pro Beratungsschwerpunkt (allgemein, speziell) nicht mehr als fünf Tage in Anspruch nehmen. Die Beratungstage müssen nicht aufeinanderfolgen. Die Berichterstellung sowie die Reisezeiten können außerhalb dieses Zeitrahmens liegen. Diese Begrenzung gilt nicht für Jungunternehmen oder Unternehmen in Schwierigkeiten. Hier kann die Maßnahme über den gesamten Förderzeitraum (maximal sechs Monate) durchgeführt und abgerechnet werden.
Alle Unternehmen können bis zur Ausschöpfung der jeweils maximal förderfähigen Beratungskosten (Bemessungsgrundlage) pro Beratungsschwerpunkt mehrere Anträge auf Förderung stellen. Die jeweilige Fördermaßnahme muss als Einzelberatung durchgeführt werden, Seminare oder Workshops werden nicht berücksichtigt. Die Beratungsleistung muss vom Berater in einem schriftlichen Beratungsbericht dokumentiert werden.

Nicht gefördert werden:

  • Beratungen, die Vermittlungstätigkeiten beinhalten und/oder deren Zweck auf den Erwerb von bestimmten Waren oder Dienstleistungen gerichtet ist, die von den Beraterinnen oder Beratern selbst vertrieben werden
  • Beratungen, die überwiegend Rechts- und Versicherungsfragen sowie steuerberatende Tätigkeiten, wie z.B. die Ausarbeitung von Verträgen, die Aufstellung von Jahresabschlüssen oder Buchführungsarbeiten zum Inhalt haben
  • Beratungen, die überwiegend gutachterliche Stellungnahmen zum Inhalt haben

Wie viel wird gefördert?

Die Höhe des Zuschusses orientiert sich an den maximal förderfähigen Beratungskosten, je nach Unternehmen. In Nordrhein-Westfahlen ist dies:
Bemessungsgrundlage
Fördersatz
Maximaler Zuschuss
Jungunternehmen 4.000 EUR
50 Prozent
2.000 EUR
Bestandsunternehmen 3.000 EUR
50 Prozent
1.500 EUR
Unternehmen in Schwierigkeiten 3.000 EUR
90 Prozent
2.700 EUR

Wo und wie wird der Antrag gestellt?

Die Antragstellung erfolgt online über die  Antragsplattform des BAFA. Eine der eingeschalteten Leitstellen prüft den Antrag vor und informiert den Antragstellenden über das Ergebnis. Erst dann darf ein Beratungsvertrag unterschrieben beziehungsweise mit der Beratung begonnen werden. Eine rückwirkende Förderung ist ausgeschlossen.
Jungunternehmen und Unternehmen in Schwierigkeiten, die einen Förderzuschuss für eine Unternehmensberatung beantragen möchten, müssen vor der Antragstellung ein kostenloses Informationsgespräch mit einem regionalen Ansprechpartner führen. Die IHK Köln bietet als Regionalpartner ihren Mitgliedsunternehmen diesen Service an.
Wenn Sie die Unterstützung durch einen Unternehmensberater benötigen, der für Ihr Vorhaben geeignet ist, können Ihnen bei der Suche und Auswahl unsere Tipps für die  Suche nach Unternehmensberatern helfen.

Weitere Informationen

Das Programm zur „Förderung unternehmerischen Know-hows“ wird durch das  Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) und den  Europäischen Sozialfonds (ESF) bereitgestellt. Zuständig für die Umsetzung des Programms ist das  Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA).
In der   Förderdatenbank des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) können weitere Förderprogramme des Bundes, der Länder und der Europäischen Union recherchiert werden.