Gründung

Abgrenzung Freiberufler vs. Gewerbetreibende

Was ist der Unterschied zwischen einer freiberuflichen und gewerblichen Gründung?
Um den Freiberufler vom Gewerbetreibenden abzugrenzen, wird der § 18 aus dem Einkommenssteuergesetz (EStG) verwendet. Im § 18 EStG sind alle freiberuflichen Tätigkeiten aufgelistet. Alle Selbständigen, die keiner Tätigkeit entsprechend der Katalogberufe oder ähnlicher Berufsbilder nachkommen, sind somit Gewerbetreibende.
Einen ersten Überblick über freiberufliche Tätigkeiten verschaffen das BMWi oder der Bundesverband der Freien Berufe e.V. .
Freiberufler unterliegen nicht der Pflicht zur Anmeldung beim Gewerbeamt. Sie beantragen die Vergabe einer Steuernummer direkt beim Finanzamt. Sie unterliegen demnach auch nicht der Gewerbesteuer.
Freiberufler sind zudem keine Mitglieder der Industrie- und Handelskammer. Ob eine freiberufliche oder gewerbliche Tätigkeit vorliegt, entscheidet die Finanzverwaltung. An die Entscheidung ist die IHK gebunden.
Wurde die ausgeübte Tätigkeit von der Finanzverwaltung als gewerbesteuerpflichtig eingestuft, weil ein Freiberufler beispielsweise neben seiner freiberuflichen Tätigkeit auch eine gewerbliche Tätigkeit ausübt, besteht die Mitgliedschaft bei der IHK. Zur Berechnung des IHK-Beitrages werden dann lediglich die gewerblichen Einkünfte zu Grunde gelegt.
Wird die freiberufliche Tätigkeit in Form einer Kapitalgesellschaft, wie zum Beispiel einer Wirtschaftsprüfungs-AG, Steuerberater-GmbH oder Rechtsanwalts-GmbH ausgeübt, ist diese aufgrund der Rechtsform mit Eintragung in das Handelsregister gewerbesteuerpflichtig und somit auch Mitglied der IHK.
Anlaufstellen für freiberufliche GründerInnen sind:
Der Begriff des "freien Berufes" ist von dem des "freien Mitarbeiters" oder „Freelancers zu unterscheiden. Ein "freier Mitarbeiter" ist ein Selbstständiger, der mit einem anderen Unternehmen einen Vertrag geschlossen hat, ohne Arbeitnehmer zu sein. Je nach Tätigkeit kann der "freie Mitarbeiter" dann aber Gewerbetreibender oder Freiberufler sein.