IHK-Umfrage: Situation auf den Straßen beeinträchtigt Erreichbarkeit der Unternehmen

Die Infrastruktur für die Verkehrswende fehlt in der Region vielerorts noch.

Köln, 16. Dezember 2019. Alle reden über Mobilität und den neuen Mobilfunkstandard 5G – der Zustand der Infrastruktur ist mittlerweile das Top-Thema in der öffentlichen Diskussion. Wie gut aber sind die Unternehmen in der Kölner Region erreichbar, für Menschen, Güter – und digital? Eine Befragung der IHK Köln, an der rund 400 Mitgliedsunternehmen teilgenommen haben, zeigt: Die Mehrheit der Unternehmen im IHK-Bezirk (Köln, Leverkusen, Rhein-Erft-Kreis, Rheinisch-Bergischer und Oberbergischer Kreis) ist insgesamt mit ihrer Erreichbarkeit zufrieden, doch immerhin ein Drittel ist es nicht. Das liegt vor allem an der Situation im Straßenverkehr. Aber auch die Breitbandversorgung ist für viele Betriebe problematisch.

„Der Ausbau und Erhalt der Straßeninfrastruktur ist für die Unternehmen zentral. Gleichzeitig haben die ländlicheren Regionen bei der Breitbandausstattung noch großen Nachholbedarf“, sagt Ulf Reichardt, Hauptgeschäftsführer der IHK Köln. Die Infrastruktur für die Verkehrswende fehle vielerorts noch.

Unbefriedigend ist für die Unternehmen vor allem die Situation auf den Baustellen und Brücken in der Region sowie die Staubelastung. Fast 90 Prozent der Betriebe sind mit diesen Aspekten eher nicht oder überhaupt nicht zufrieden. Mit dem Autobahnnetz in der Region sind dagegen fast alle Unternehmen grundsätzlich zufrieden, die gute Anbindung wird zudem mit sehr großer Mehrheit als wichtig oder sehr wichtig angesehen.

„Diesen Standortvorteil müssen wir erhalten“, sagt Dr. Ulrich S. Soénius, stellv. Hauptgeschäftsführer und Geschäftsbereichsleiter Standortpolitik der IHK Köln. „Dafür ist es wichtig, das Baustellenmanagement weiter zu verbessern und die Genehmigungsprozesse für den Ausbau der Infrastruktur zu beschleunigen.“

Im Hinblick auf die Erreichbarkeit für Kunden und Mitarbeiter kritisierten die Unternehmen unter anderem ein zu geringes Angebot an Leihfahrrädern und Park-and-Ride-Parkplätzen. Deutlich mehr als die Hälfe der befragten Betriebe war hiermit nicht zufrieden. Die Anzahl von Wasserstofftankstellen und der öffentlichen Ladeinfrastruktur allgemein sieht eine Mehrheit der Unternehmen ebenfalls kritisch.

„Wir brauchen bessere Angebote, um den Unternehmen die Transformation in Richtung nachhaltige Mobilität zu ermöglichen“, sagt Soénius. Insbesondere für die Betriebe in den ländlicheren Teilen des Bezirks sind zudem verkehrsträgerübergreifende Mobilitätskonzepte wichtig. „Hier muss ein Gesamtverkehrskonzept für die Stadt Köln und das Umland entwickelt werden, das alle Verkehrsträger berücksichtigt“, fordert Soénius.

Deutliche Unterschiede zwischen Stadt und Land zeigen sich indes bei der Versorgung mit Breitband und Mobilfunk. Während in Köln und Leverkusen rund drei Viertel der Unternehmen voll und ganz oder eher zufrieden mit dem Angebot sind, machen die Unternehmen in den Kreisen deutlich schlechtere Erfahrungen. Im Rhein-Erft-Kreis sind nur zwei von fünf Unternehmen zufrieden, im Rheinisch-Bergischen nur etwa jedes dritte. Besonders großen Nachholbedarf gibt es im Oberbergischen Kreis, wo acht von zehn Unternehmen eher nicht zufrieden oder überhaupt nicht zufrieden sind.

Die Ergebnisse der Unternehmensbefragung sind für Sie hier abrufbar.

Jörn Wenge Hauptgeschäftsführung 0221 1640-1620 0221 1640-1690 joern.wenge@koeln.ihk.de

Jörn Wenge

Hauptgeschäftsführung

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