Perspektiven für den Wirtschaftsstandort werden genommen

Pressemeldung 15.12.2020: IHK Köln kritisiert Verlust von Gewerbeflächen in Brühl

„Die Entwicklung von Gewerbeflächen in Brühl kennt seit Jahren nur eine Richtung: nach unten. Leider ist es uns nicht gelungen, den Rat davon zu überzeugen, diesen Trend zu Lasten der Wirtschaftsstandorts zu stoppen“, sagt Thorsten Zimmerman, Leiter der Geschäftsstelle Rhein-Erft der IHK Köln.  

Der Rat der Stadt Brühl hat in seiner gestrigen Sitzung den Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan 04.18 "Südlich Hedwig-Gries-Straße / Sophie-Scholl-Straße“ und die 57. Änderung des Flächennutzungsplanes gefasst. „Wir haben uns bereits 2016 gemeinsam mit Unternehmen aus Brühl-Ost dafür eingesetzt, diese Fläche als Gewerbefläche zu gewinnen. Dennoch wurde die Fläche in ein Mischgebiet herabgestuft. Jetzt ist für einen Teil dieser Fläche sogar eine reine Wohnbebauung vorgesehen.“ Unternehmen wird somit die Chance genommen, vor Ort neue Ausbildungs- und Arbeitsplätze für die Brühler Bevölkerung zu schaffen. Zudem rückt die Wohnbebauung immer näher an bestehende Unternehmen heran, was Nutzungskonflikte provoziert.  

Aus Sicht der IHK Köln wird die Chance vertan, eine nachvollziehbare Trennlinie zwischen Gewerbe und Wohnen in Nord-Süd-Richtung auf Höhe der Weißer Straße zu ziehen und Planungsfehler der Vergangenheit zu bereinigen. Diese Chance entstand durch die Umwandlung der Fläche der ehemaligen Schlachthofes in ein Wohngebiet. Die IHK Köln trug den Kompromiss mit und forderte zugleich, das verbleibende Gewerbegebiet dauerhaft vor weiteren Verlusten zu schützen. „Jetzt wird der Wegfall der Fläche des Schlachthofes als Argument herangezogen, um weitere Gewerbeflächen aufzugeben. Neue Wohnflächen schaffen immer neue Bedarfe für die Bevölkerung vor Ort. Dieser Logik folgend, wäre der Entwicklung zu Lasten von Gewerbeflächen kein Ende gesetzt. Gleichzeitig fehlen Perspektiven für neue Flächen für bestehende Brühler Unternehmen und neue Betriebe“, kritisiert Zimmermann.

Nur rund 2,5 Prozent (89 ha) der Fläche Brühls sind heute (Stand: Ende 2019) noch Industrie- und Gewerbefläche. Während die Industrie- und Gewerbefläche in den vergangenen 15 Jahren deutlich geschrumpft ist, stieg die Fläche für Wohnen seit 1994 um ca. ein Fünftel (86 ha) auf heute 493 ha an. „Wir vermissen eine verlässliche Planung für die Brühler Wirtschaft, wenn Gewerbeflächen schrittweise zugunsten von Wohn- und Einzelhandelsnutzungen verloren gehen“, unterstreicht Zimmermann.

 

Dr. Susanne Hartmann Hauptgeschäftsführung 0221 1640-1600 0221 1640-1690 susanne.hartmann@koeln.ihk.de

Dr. Susanne Hartmann

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