Dok.-Nr. 251705

IHK Köln appelliert an Jugendliche: Solide Chancen auf Ausbildung jetzt nutzen

Pressemeldung, 31. März 2021. Halbzeitbilanz am Ausbildungsmarkt im IHK-Bezirk leidet unter dem Eindruck der Corona-Krise

Die Corona-Krise bringt den Ausbildungsmarkt von mehreren Seiten in die Bredouille: Die Pandemie hat die Angebotspalette der Ausbildungsberufe verändert, die Unternehmen suchen aber weiterhin Azubis. Gleichzeitig verunsichert die aktuelle Situation die junge Generation und verengt ihren Blick auf die Zukunftschancen einer dualen Berufsausbildung. Diese Entwicklung spiegelt sich auch in den Zahlen der IHK Köln zum Ausbildungshalbjahr wider. Bislang wurden im Bezirk der IHK Köln 1.134 neue Ausbildungsverträge in den insgesamt fast 200 Berufen in Industrie, Handel und Dienstleistung vereinbart, 19,9 Prozent oder 282 Verträge weniger als zum Vorjahresstichtag. Das zeigen die aktuellen Zahlen der IHK Köln zum Ausbildungshalbjahr. „Damit wächst das Risiko, dass uns nach dem Ende der Lockdown-Maßnahmen, wenn der Betrieb wieder hochgefahren werden kann, die Fachkräfte fehlen“, fürchtet Christopher Meier, Geschäftsführer Aus- und Weiterbildung der IHK Köln. Meier appelliert deshalb an Jugendliche und ihre Eltern, die vielfältigen digitalen Angebote zur Berufsorientierung wahrzunehmen und sich mit den Themen Ausbildung und Bewerbung zu beschäftigen. Denn: „Es gibt noch zahlreiche interessante freie Ausbildungsstellen. Bei vielen Betrieben kommen bislang keine oder fast keine Bewerbungen an.“

IHK-Bezirk Köln: 1.134 neue Ausbildungsverträge in Industrie-, Handels- und Dienstleistungsberufen vereinbart
Von den bislang registrierten 1.134 neuen Ausbildungsverträgen für das Ausbildungsjahr 2021/2022 wurden 628 in der Stadt Köln abgeschlossen, 77 Verträge oder 10,9 Prozent weniger gegenüber dem Vorjahresstichtag. Rückgänge gab es auch im Rhein-Erft-Kreis (170 neue Ausbildungsverhältnisse nach 240 zum Vorjahresstichtag, minus 29,2 Prozent), im Oberbergischen Kreis (190 Verträge – minus 70 Verträge oder minus 26,9 Prozent) und im Rheinisch-Bergischen Kreis (76 Ausbildungsverhältnisse – minus 19 Verträge oder minus 20 Prozent). In Leverkusen sank die Zahl der neu vereinbarten Ausbildungsverhältnisse von 116 auf 70, das entspricht einem Minus von 39,7 Prozent. Insgesamt waren im IHK-Bezirk kaufmännische Berufe (minus 170 Verträge) von dem Rückgang stärker betroffen als industriell-technische (minus 112 Verträge).

„Duale Ausbildung ist auch in der Pandemie gut machbar“
IHK-Geschäftsführer Meier warnt angesichts der Zahlen vor falschen Schlussfolgerungen: „Duale Ausbildung ist auch in der Pandemie gut machbar. Die Unternehmen halten, wenn es irgend möglich ist, an vorhandenen Ausbildungsangeboten fest. Auch bei bestehenden Ausbildungsverträgen gibt es keine ‚Kündigungswelle‘.“ Das Angebot an neuen Ausbildungsplätzen sei nur in Branchen zurückgefahren worden, in denen der Wirtschaftsbetrieb aufgrund von Lockdown-Maßnahmen kaum oder gar nicht möglich ist. „Auf der anderen Seite gibt es Wirtschaftsbereiche, in denen reichlich attraktive Ausbildungsplätze zur Verfügung stehen, zum Beispiel in Transport, Logistik oder IT,“ so Meier.

Das bestätigte Anfang März auch eine Blitzumfrage der IHK Köln bei knapp 1.200 Ausbildungsbetrieben in Köln und der Region: Mehr als die Hälfte der Unternehmen bieten genauso viele Ausbildungsplätze an wie vor der Pandemie. Fünf Prozent bilden mehr Azubis aus als vor der Corona-Krise. Zehn Prozent mussten ihr Angebot etwas verringern, bilden aber weiter aus. „Im Vergleich dazu fällt der Rückgang mit einem Anteil von acht Prozent bei Betrieben, die wegen der Pandemie aus der Ausbildung ausgestiegen sind, immer noch glimpflich aus.“

Das Problem: Viele Unternehmen – vor allem kleinere und mittelgroße – werden von angehenden Azubis einfach sehr viel weniger wahrgenommen. Sie gehen bei Bewerbungen häufig leer aus. „Unser Rat an die Betriebe: Prüfen Sie, wie und ob Sie Praktika anbieten können, um Kontakt zu potenziellen Bewerbern zu bekommen.“ Zudem sollten auch KMU dafür sorgen, dass sie „im Netz mit einer kleinen ‚Karriereseite‘ sichtbar sind.“

Ausbildungsstellenvermittlung der IHK Köln unterstützt Jugendliche und Betriebe
Unternehmen und auch Schülerinnen und Schülern der Abschlussjahrgänge empfiehlt er außerdem, Kontakt mit der Ausbildungsstellenvermittlung der IHK Köln aufzunehmen (www.ihk-koeln.de/150). Sie ist zu erreichen per WhatsApp (0173 5487517), Mail (ausbildungsvermittlung@koeln.ihk.de) oder Telefon (0221 1640-6650). Unterstützung beim Azubi-Marketing bietet insbesondere für kleine und mittelgroße Unternehmen das Projekt Ausbildung 4.0 (www.ausbildung40.koeln).

Zu Gast bei „IHK-Ausbilder des Jahres 2020“ Markus Stefer, Expose Media / Event Production in Köln-Niehl
Gastgeber für die heutige Präsentation der Ausbildungsmarkt-Halbjahresbilanz war die Expose Media GmbH & Co. KG Event Production aus Köln-Niehl. Inhaber Markus Stefer ermöglicht als Ausbilder seit 2008 jungen Menschen den Einstieg in die Veranstaltungsbranche. In der Corona-Krise entstand in seinem Betrieb ein Projekt, bei dem eine fachgerechte Ausbildung auch in schwierigen Zeiten ermöglicht wurde. Für sein langjähriges und herausragendes Engagement ehrte die IHK Köln Markus Stefer im vergangenen Jahr als „Ausbilder des Jahres 2020“. Corona-bedingt konnten Preis und Urkunde jedoch erst verspätet übergeben werden.

Angela Hilsmann-Korbanka Hauptgeschäftsführung 0221 1640-1640 0221 1640-1690 angela.hilsmann-korbanka@koeln.ihk.de

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